„Viele Dinge, die aus Erwachsenensicht selbstverständlich wirken, sehen aus der Perspektive von Jugendlichen ganz anders aus“

06.07.2026

Ein Perspektivenwechsel eröffnet Verständnis, ermöglicht neue Einsichten und stärkt gelingende Beziehungen, gemeinsames Lernen sowie demokratisches Miteinander. Deshalb hat die GLS Zukunftsstiftung Bildung das Jahr 2026 unter das Leitmotiv „Perspektiven wechseln“ gestellt – ein Thema, das unsere Arbeit in Veranstaltungen, Programmen und Veröffentlichungen begleitet. In diesem Rahmen kommen wir auch ins Gespräch mit verschiedenen Menschen aus unserem Netzwerk, um unterschiedliche Stimmen und Perspektiven sichtbar zu machen. 

Hier sind 3 Fragen an Florian Piechota ...

Gib uns doch mal einen Einblick in deine aktuelle Welt bzw. Perspektive: Was bewegt dich zurzeit? Was beschäftigt dich momentan besonders? Welche Themen, Fragen oder Perspektiven sind für dich im Moment besonders präsent? 

Zurzeit beschäftigt mich besonders der Dortmunder Ausbildungsmarkt. Mich treibt die Frage um, warum es trotz vieler engagierter Akteure nicht gelingt, die steigende Zahl jugendarbeitsloser Menschen zu senken, während gleichzeitig zahlreiche Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben. Ich möchte besser verstehen, welche Stellschrauben wirklich entscheidend sind und wie wir jungen Menschen den Weg in eine Ausbildung erleichtern können. Genau an dieser Schnittstelle zwischen den Bedürfnissen der Jugendlichen und den Anforderungen der Betriebe sehe ich aktuell den größten Handlungsbedarf. 

Wann hat ein Perspektivenwechsel zuletzt etwas in deinem Denken oder Handeln verändert? Beziehungsweise: Wann hat es dir schon einmal geholfen, dass jemand anders seine Perspektive gewechselt hat?

Im letzten halben Jahr durfte ich wieder enger mit Jugendlichen zusammenarbeiten. Das hat meinen Blick auf ihren Alltag und ihre Lebensrealität verändert. Viele Dinge, die aus Erwachsenensicht selbstverständlich wirken, sehen aus ihrer Perspektive ganz anders aus. Diese Erfahrungen haben mir noch einmal gezeigt, wie wertvoll ein Perspektivwechsel ist – und wie sehr er das eigene Denken und Handeln bereichern kann.

Wo würdest du dir aktuell mehr Perspektivenwechsel wünschen? Was wäre ein konkreter erster Schritt?

Ich wünsche mir, dass wir wieder häufiger miteinander statt übereinander sprechen. Perspektivwechsel entstehen nicht durch Annahmen, sondern durch echte Gespräche und gegenseitiges Zuhören. Der erste Schritt ist deshalb einfach: Menschen miteinander ins Gespräch bringen – offen, respektvoll und auf Augenhöhe. Nur so können Verständnis und gemeinsame Lösungen entstehen.

Florian Piechota

Zur Person

Florian Piechota ist Projektmanager im Bereich Schule-Wirtschaft bei der Wirtschaftsförderung Dortmund.

Weitere Neuigkeiten

Perspektiven wechseln: 3 Fragen an Florian Piechota, Wirtschaftsförderung Dortmund

Abschlussfeiern 2026: So war’s in den Peer-Learning- Programmen ...

Stellenausschreibung: Workshopleitungen für die BildungsTandems gesucht