Willkommensklassen begrüßen die Hattinger Naturschönheit

Ermöglicht durch das Benefizkonzert der GLS Band in 2022

Ein Benefizkonzert machte es möglich: Im Sommer spielte die GLS Band für Kinder mit und ohne Fluchterfahrung. Viele tausend Kinder, die aus der Ukraine flüchten mussten, aber auch Kinder aus anderen Weltregionen gehen nun in Deutschland gemeinsam zur Schule und kommen in Willkommensklassen zusammen. Das geht nicht ohne besondere Hilfen, wenn man kulturelle Unterschiede, unterschiedliche Sprachen, andere Lehrpläne und traumatisierende Erfahrungen berücksichtigt. Grundlegend für die Aktion ist der Gedanke: Schule und Lernen hören nicht am Schultor auf. Und gerade für die neu Angekommenen ist es wichtig, sich langsam mit der neuen Umgebung und den neuen Klassenkamerad*innen vertraut zu machen, Freundschaften zu schließen und Beziehungen aufzubauen. Erst dann kann auch Lernen wieder gut funktionieren.
Dazu haben wir außerhalb der gewohnten Unterrichtsstruktur eine kleine Reise organisiert, für Kinder mit und ohne Fluchterfahrung. Gemeinsam etwas Neues erleben, eventuelle Hindernisse überwinden, genau das war möglich in der Hattinger Natur im Freizeitwerk Welper. 

„Das ist schön hier“ – das fröhliche Lächeln und die begeisterten Blicke einer Schülerin der Anne Frank Gesamtschule schweifen über die Gebiete des Alte Ruhr-Katzenstein Naturschutzgebietes in Hattingen. Hier im Freizeitwerk Welper unternehmen wir drei Tage hintereinander jeweils eine Exkursion mit den Willkommensklassen der Anne Frank Gesamt-schule aus Dortmund und den Willkommensklassen der Waldorfschule aus Bochum-Langendreer. Im Wald tauschen sich die Kinder und Jugendlichen angeregt über die Tiere und Pflanzen aus, die sie sehen – und das in vielen unterschiedlichen Sprachen. Von spa-nisch über arabisch und englisch bis hin zu deutsch. Auch wenn einige Kinder und Jugendli-che Schwierigkeiten haben, die Sprache der anderen zu verstehen, fehlt es nicht an gegen-seitiger Unterstützung und Übersetzungshilfen. 

„Manche Kinder sind die Mamas und Papas der Klasse“, äußert sich die Klassenlehrerin der Willkommensklasse. So sehe ich zum Beispiel Rojila eine besondere Rolle in der Klasse übernehmen. Sie widmet sich allen und integriert heute vor allem eine schüchterne Schülerin, die erst seit einer Woche in der Klasse ist. Die besondere Verbundenheit der Schüler und Schülerinnen untereinander ist deutlich spürbar. Die Spiele und Übungen, durchgeführt durch die Teamer des Freizeitwerks Welper, lassen dies deutlich sichtbar werden. Zusammen werden Hindernisse wie Krokodilteiche und brennende Seile überwunden. „Wir haben als Team gearbeitet und zusammengehalten“, ist das Resümee aller beteiligten Kinder und Jugendlichen. Zum Glück spielt das Wetter drei Tage am Stück genauso mit und macht große Lust in der freien Natur zu sein. Bei einem letzten Vertrauensspiel kommen die Kinder in Paaren zusammen und unternehmen einen Waldspaziergang, bei dem eine von zwei Perso-nen blind durch den Wald geführt wird. Der geführte Spaziergang endet auf einer Aussichtsplattform, von der aus das Wald- und Wiesengebiet sowie die Ruhr bestaunt werden können: „Es ist besonders für sie, auch mal woanders zu sein und etwas Neues zu sehen“, äußern sich die Lehrkräfte der Klasse. „Einige Übungen und Spiele werden wir auf jeden Fall hieraus mitnehmen und nochmal machen mit den Kids!“. 
Nach dem Mittagessen endet der gemeinsame erlebnisreiche Tag.  Was aber immer noch besteht, ist die Lebendigkeit und Freude aller, wie ich auf dem Weg zum Bus deutlich merke. 
„Wir haben uns total gefreut, danke, dass das ermöglicht wurde“ verabschiedet mich die Klassenlehrerin der Willkommensklasse, verbunden mit einer Einladung, die Klasse gern mal in Dortmund zu besuchen.  
Anika Anders, Mitarbeiterin der Zukunftsstiftung Bildung 
 

PROGRAMMKOORDINATION BERLIN/ ASSISTENTIN DER ABTEILUNGSLEITUNG

Sophie Tenbrink


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